Ein Wirtschaftsprüfer prüft für Unternehmen die Jahresrechnung und beurteilt, ob Abschlüsse den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Dabei bewertet er auch die Funktionstüchtigkeit interner Kontrollsysteme und erstellt eine unabhängige Einschätzung zur Verlässlichkeit der Finanzinformationen.
Das primäre Ziel ist der Schutz von Gesellschaftern, Gläubigern, Mitarbeitenden und anderen Stakeholdern. Durch unabhängige Prüfungsleistungen steigt die Glaubwürdigkeit gegenüber Banken und Lieferanten und die Stabilität des Unternehmensumfelds in der Schweiz nimmt zu.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Treuhändern, Steuerberatern und internen Revisoren. Im Unterschied zu laufender Buchhaltung führen Wirtschaftsprüfer formelle gesetzliche Prüfungen durch, wie die Jahresabschlussprüfung oder ein externes Audit Schweiz.
Für viele Kapitalgesellschaften in der Schweiz besteht eine Prüfpflicht, abhängig von Grössenkriterien. Freiwillige Revisionen verbessern oft die Kreditwürdigkeit und die Compliance. In den folgenden Abschnitten werden Definition und Rechtsgrundlagen, Prüfungsarten und -verfahren, Beratungsleistungen sowie Auswahlkriterien näher erläutert.
Was macht ein Wirtschaftsprüfer für Unternehmen?
Ein Wirtschaftsprüfer nimmt eine zentrale Rolle in der Unternehmensberichterstattung ein. Er prüft Abschlüsse, bewertet Prozesse und sorgt für Vertrauen bei Aktionären, Kreditgebern und Behörden. Die folgenden Abschnitte erklären Aufgaben, rechtliche Grundlagen und ethische Anforderungen.
Definition und Kernaufgaben
Die Definition Wirtschaftsprüfer umfasst qualifizierte Fachpersonen oder Prüfungsgesellschaften, die externe Abschlussprüfungen und prüfungsnahe Dienstleistungen erbringen. Zu den Kernaufgaben Wirtschaftsprüfung zählen die Prüfung der Jahresrechnung mit Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang sowie die Beurteilung von Konzernrechnungen.
Weitere Tätigkeiten sind die Prüfung des Lageberichts, die Bewertung interner Kontrollsysteme (IKS) und die Kontrolle der Einhaltung relevanter Gesetze wie des Obligationenrechts oder des Steuerrechts. Am Ende steht der Prüfungsbericht mit einem Prüfungsurteil, das unqualifiziert, mit Einschränkung, versagend oder mangels Prüfungsfähigkeit ausfallen kann.
Rechtsgrundlagen in der Schweiz
Das Revisionsrecht Schweiz basiert primär auf dem Obligationenrecht. Dieses regelt, wer revisionspflichtig ist und welche Schwellen für Umsatz, Bilanzsumme oder Mitarbeitende gelten. Kleine Gesellschaften können in vielen Fällen von der ordentlichen Revision befreit sein.
Als Prüfungsstandards dienen Swiss Auditing Standards und international anerkannte Normen wie ISA. Die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) überwacht zugelassene Revisionsstellen. Berufsverbände wie EXPERTsuisse ergänzen durch Richtlinien und Weiterbildung.
Unabhängigkeit und Berufsethik
Unabhängigkeit Wirtschaftsprüfer ist ein Grundprinzip. Objektivität, Fachkompetenz, Verschwiegenheit und Gewissenhaftigkeit bilden das ethische Fundament. Prüfende müssen finanzielle Beteiligungen und Interessenkonflikte vermeiden.
Vorgaben verlangen in bestimmten Fällen die Rotation leitender Prüfer. Einschränkungen bei gleichzeitigen Prüfungs- und Beratungsleistungen bewahren die Unabhängigkeit. Die Einhaltung internationaler Ethikstandards wie IESBA wird dokumentiert und überprüft.
Prüfungsleistungen und Prüfverfahren für Unternehmen
Wirtschaftsprüfer bieten ein breites Spektrum an Prüfungsleistungen für Unternehmen in der Schweiz. Die Leistungen reichen von der Jahresabschlussprüfung bis zu spezialisierten Analysen für Transaktionen. Ein klar strukturierter Prüfungsablauf Audit sorgt für Transparenz und sorgt dafür, dass Risiken systematisch erfasst werden.
Arten von Prüfungen
- Jahresabschlussprüfung: Umfassende Prüfung nach OR und ISA für revidierungspflichtige Unternehmen.
- Eingeschränkte Revision: Review mit geringerem Prüfungsumfang und eingeschränkter Sicherheit.
- Sonderprüfung: Prüfung zu Kapitalerhöhungen, Liquidation, Compliance oder ESG-Themen.
- Due Diligence: Transaktionsnahe Prüfungen wie Financial Due Diligence, PPA und Integrationsprüfungen.
- IT- und Systemprüfungen: Kontrollen von ERP-Systemen, Zugangsbeschränkungen und Schnittstellen.
Typische Prüfungsabläufe
- Planungsphase: Risikobeurteilung, Festlegung des Prüfungsumfangs und Materialitätsbestimmung.
- Feldphase: Testen von Kontrollen, substantive Tests, analytische Prüfungen und Bestätigungen bei Dritten.
- Abschlussphase: Bewertung der Feststellungen, Erstellen des Prüfungsberichts und Management Letter.
- Nachbearbeitung: Follow-up zu Empfehlungen und gegebenenfalls Nachprüfungen im Folgejahr.
Dokumentation und Prüfungsnachweise
Die Prüfungsdokumentation muss lückenlos sein. Sie enthält die Prüfungsplanung, durchgeführte Tests, Feststellungen und die Schlussfolgerungen.
Beweismittel umfassen Geschäftsdokumente, Kontoauszüge, Verträge, Bestätigungen und Systemlogs. Aufbewahrungspflichten und Datenschutz regeln die sichere Archivierung der Prüfungsdokumentation nach Schweizer Recht.
Beratungsleistungen und Mehrwert für Unternehmen
Wirtschaftsprüfer bieten über die reine Abschlussprüfung hinaus vielfältige Beratungsleistungen, die Unternehmen in der Schweiz bei strategischen und operativen Entscheidungen unterstützen. Diese zusätzlichen Angebote stärken die finanzielle Basis, reduzieren Risiken und schaffen Raum für Wachstum.
Steuer- und betriebswirtschaftliche Beratung
Wirtschaftsprüfungsteams beraten aktiv in der Steuerberatung. Sie helfen bei der Steuerplanung, prüfen Rechtsformen wie AG versus GmbH und bereiten Steuerdeklarationen vor. Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten geben sie Orientierung zu Verrechnungspreisen und internationalen Regelungen.
Betriebswirtschaftlich analysieren sie Ertragslage und Liquidität. Kostenmanagement, Budgetierung und Begleitung bei Restrukturierungen tragen dazu bei, finanzielle Entscheidungen zu verbessern und Steuersparpotenziale zu nutzen.
Verbesserung von internen Kontrollsystemen
Ein robustes internes Kontrollsystem IKS dient der Governance und verhindert Fehler sowie Unregelmässigkeiten. Wirtschaftsprüfer evaluieren bestehende Kontrollen und entwerfen Kontroll-Frameworks nach COSO-Prinzipien.
Konkrete Massnahmen umfassen die Neugestaltung von Kreditoren- und Debitorenprozessen, Rollen- und Berechtigungsprüfungen sowie die Implementierung kontrollaktiver Abläufe. Das Resultat ist eine bessere Nachvollziehbarkeit und geringere Betrugsrisiken.
IT- und Prozessprüfungen
IT-Audit prüft Systemlandschaften wie SAP, Microsoft Dynamics oder Abacus. Prüfungen fokussieren Zugriffskontrollen, Backup- und Recovery-Prozesse, Schnittstellen sowie IT-Governance. Solche Analysen stärken Datensicherheit und regulatorische Compliance.
Prozessprüfungen untersuchen Einkauf, Verkauf, Lager und Produktion mit Blick auf Effizienz und Kostenreduktion. Empfehlungen reichen von Prozessoptimierung über Automatisierung mit RPA bis zu elektronischer Rechnungsverarbeitung und sicheren Cloud-Lösungen.
Diese Beratungsleistungen Wirtschaftsprüfer verbinden steuerliche Expertise mit technischem Verständnis. Firmen profitieren von klaren Handlungsempfehlungen für Prozessoptimierung und einer IT-Strategie, die Compliance und Wachstum unterstützt.
Vorteile für Schweizer Unternehmen und Auswahlkriterien
Eine professionelle Wirtschaftsprüfung stärkt die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens. Ein externer Prüfungsbericht schafft Vertrauen bei Investoren, Banken, Lieferanten und Kunden. So erhöht sich die Chance auf bessere Finanzierungsbedingungen und stabilere Geschäftsbeziehungen.
Prüfungen reduzieren Risiken durch frühe Erkennung von Schwachstellen in der Finanzberichterstattung, im internen Kontrollsystem und in der Compliance. Gleichzeitig deckt die Prüfung Optimierungspotenziale auf, etwa bei Kosten, Prozessen oder steuerlichen Gestaltungen. Bei M&A, Kapitalerhöhungen oder Kreditvergaben liefert sie eine verlässliche Zahlenbasis und professionelle Due-Diligence-Leistungen.
Bei der Auswahl Wirtschaftsprüfer spielen Fachliche Qualifikation, Zulassung durch die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde und Branchenerfahrung eine zentrale Rolle. Grösse und Ressourcen der Prüfungsfirma beeinflussen die Prüferwahl: Einzelprüfer und regionale Treuhänder bieten oft persönlichen Service, während Deloitte, PwC, EY und KPMG zusätzliche Ressourcen und Spezialisten bereitstellen.
Wesentliche Auswahlkriterien sind Unabhängigkeit, Methodik und Prüfungsqualität. Erforderlich sind transparente Prüfungsplanung nach ISA/SAS, Qualitätskontrollen sowie klare Vertragsbedingungen zu Umfang, Berichtsformat, Fristen und Honorarmodellen. Referenzen, Reputation und Mitgliedschaften wie bei EXPERTsuisse untermauern die Entscheidung. Ein ausgewogenes Kosten-Nutzen Audit und klare Budgettransparenz runden die Prüferwahl ab.
Praktisch empfiehlt sich ein strukturierter Ausschreibungsprozess mit Pflichtenheft, Offertenvergleich und persönlichen Gesprächen der Prüfungspartner. Klare Kommunikationswege zwischen Management, Verwaltungsrat und Revisionsstelle sowie frühzeitige Planung minimieren Aufwand im Geschäftsjahr. Ein geeigneter Wirtschaftsprüfer wird so zum vertrauenswürdigen Sparringspartner für nachhaltige Unternehmenssteuerung und Compliance in der Schweiz.







